Heute im Gespräch: Heidi Troi

Zeitreise mit den Nepomuks


Man muss nicht groß sein, um Großes zu bewirken.


Fragen an die Autoren

Heute im Gespräch: Heidi Troi


Wer bist du?

Hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen … Mein Märchen könnte beinahe so anfangen, denn ich lebe mitten in den Bergen im schönen Südtirol. Dort spielen auch die meisten meiner Geschichten und eine davon handelt tatsächlich vom Zwergenkönig Laurin, der dem Held Dietrich von Bern trotzte und von seinem Rosengarten verraten wurde. Auch beruflich habe ich mit Zwergen zu tun, meistens mit Theaterzwergen, denn ich bin Theaterpädagogin und bin so von morgens bis abends von tollen Geschichten umgeben. Dass das irgendwann mal abgefärbt und mich dazu gebracht hat, meine eigenen Geschichten zu schreiben, ist naheliegend, oder?


Welche Bücher hast du veröffentlicht?

Von mir gibt es bisher drei Bände der Kinderbuchreihe „Zeitreise mit den Nepomuks“, zwei Bände der Kinderkrimireihe „Die Superaugen“, dazu noch „Lola reicht’s“ und „Mia mag Geheimnisse“. Außerdem schreibe ich noch Bücher für Erwachsene. Aber dazu mehr an anderer Stelle.

Worum geht es in deinen Büchern?

Ich habe meine eigene Kindheit sehr bewusst erlebt. Daher handeln meine Bücher gern von den Gefühlen und Gedanken der Kinder, auch wenn es in der Geschichte selbst vielleicht um ganz normale Abenteuer geht. Ich mag es, wenn Kinder sich beim Lesen selbst entdecken und spüren, dass sie mit dem, was sie bewegt, nicht allein sind. Und ich mag es, wenn man beim Lesen versteht: Es ist gut, dass wir alle sind, wie wir sind. Alle anders, aber jeder perfekt, so wie er ist.

Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Geschrieben habe ich immer schon gern. Ich bin eine von denen, die bereits in ihrer Kindheit ein Buch geschrieben hat. Es war eine 290 Seiten lange Sammlung von Geschichten und Gedichten als Weihnachtsgeschenk für meine Mami. Und ich wollte auch immer Kinderbuchautorin werden. Aber dann habe ich mich lange Zeit nicht getraut, die Geschichten zu veröffentlichen. Erst vor etwa fünf Jahren hat es „Klick“ gemacht und da bin ich nun.


Woher nimmst du die Ideen von deinen Büchern?

Wie schon gesagt, schlummern ganz viele Geschichten aus meiner eigenen Kindheit in mir. Die werden dann manchmal angestupst durch einen Satz, den jemand sagt, eine Grimasse, die jemand schneidet. Manchmal sehe ich einen Film und plötzlich schwirrt eine Idee durch meinen Kopf, die vielleicht nicht einmal mit dem Film zu tun hat. Und manchmal setze ich mich auch einfach nur hin, beginne zu schreiben und vertraue darauf, dass die Geschichte selbst ans Tageslicht will.

Wie lange brauchst du für ein Buch?

Schwierig zu sagen. Den ersten Entwurf schreibe ich in vier bis sechs Wochen – je nach Umfang des Buches. Da bin ich dann aber jeden Tag am Schreiben und habe auch viel Zeit dazu. Aber danach kommt eine ganz lange, sehr intensive Phase des Überarbeitens. Zuerst allein, dann zusammen mit einer Lektorin. Und die dauert dann gut und gerne bis zu einem halben Jahr.

Wer sind deine Testleser?

Ich habe zum Glück Nichten und Neffen, die im richtigen Lesealter sind. Bis die zu alt für meine Geschichten sind, ist vielleicht mein Enkelkind Matilda alt genug. Ansonsten habe ich im Theaterpädagogischen Zentrum Brixen ganz viele Leseratten, die mir gern helfen und auch wissen, wie man ein gutes Feedback gibt.


Was machst du, wenn du gerade kein Buch schreibst?
Ich spiele Theater, lese selbst sehr viel und liebe es, mit meinen Hunden durch die Natur zu streifen. Am liebsten hoch oben auf dem Berg.

Welches ist dein Lieblingstier?

Die eierlegende Wollmilchsau. Bis mir dieses Tier endlich mal über den Weg läuft, habe ich meine Hunde und Katzen lieb und kann stundenlang staunen, wenn ich Pferde sehe.

Hast du einen Lieblingsort?

Eine Lichtung auf der Villandrer Alm, zwischen Zirbelkiefern und mit Ausblick auf das Eisacktal und die Dolomiten.


Welches sind deine Lieblingsbücher?

Ich habe so viele davon, dass der Platz hier nicht ausreicht. Mein Lieblingsbuch hängt auch ein bisschen von meiner Stimmung ab. Auf jeden Fall gibt es in unserer Wohnung kein Zimmer ohne Bücher. Überall liegen sie rum und man kann gar nicht anders, als zu lesen, wenn man sich irgendwo hinsetzt, um zu entspannen.

Hast du eine Macke?

Absolut. Ich kann keine Entscheidungen treffen. Bevor ich mich entscheide, kann ich tagelang Argumente für und wider gegeneinander abwägen. Wenn da nicht manchmal mein Mann eingreifen würde, sähe mein Leben wohl heute anders aus.

Verrätst du uns dein Lebensmotto?

Always look at the bride side of life! 

Finde immer das Positive in jeder Lebenslage.


Welchen Charakter würdest du wählen, wenn du in einem Buch weiterleben müsstest und die freie Wahl hättest?

Das ist einfach: Ich wäre Ronja Räubertochter. Da ich dafür vielleicht ein bisschen zu alt wäre, würde ich mich für die Tochter von Ari mit dem Stein entscheiden („Stein, Flöte und das ist noch nicht alles“). 


Vielen Dank Heidi. Wir freuen uns auf die Kirchberger-Kinderliteraturtage und das wunderbare Wochenende mit unseren 24 Autoren.
Mehr Infos unter: www.kirchbergerkinderliteraturtage.com

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Ein Gedanke zu „Heute im Gespräch: Heidi Troi

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